»
S
I
D
E
B
A
R
«
#025: Das Schulsystem
29. April 2008

Zunächst muss ich sagen, dass es in Deutschland eine Schulpflicht gibt. Jedes Kind muss also eine Schule besuchen. In jedem Bundesland ist die Schulpflicht geregelt. Meistens sind es neun Jahre, die ein Kind in die Schule gehen muss.

In Deutschland gibt es ungefähr 36000 öffentliche Schulen und nur 2600 private Schulen. Private Schulen sind solche Schulen, für die die Eltern etwas zahlen müssen. Öffentliche Schulen werden vom Staat oder Bundesland betrieben und sind kostenlos.

Mit sechs Jahren kommt ein deutsches Kind in die Schule. Vorher war es meistens im Kindergarten. Die erste Klasse besucht es dann in einer Grundschule. Meistens dauert die Grundschule vier Jahre lang, in einigen Fällen aber auch sechs Jahre lang.

Danach müssen die Eltern entscheiden, wie es für das Kind weitergeht. Sind die Noten sehr gut? Oder eher nicht? Die Noten werden in Deutschland von 1 bis 6 vergeben. Eine eins ist die beste Note, eine sechs die schlechteste. Nach der vierten Klasse können Kinder weiter in die Hauptschule gehen. Diese dauert bis zur neunten Klasse und ist die Schulart mit dem niedrigsten Abschluss. Wer auf einer Hauptschule war, macht danach meistens eine Lehre, also einen handwerklichen Beruf, wie Maler, Schreiner oder ähnliches.

Man kann aber auch auf die Realschule gehen. Als ich zur Schule ging, war das für Kinder ab der sechsten Klasse möglich. Wer zum Beispiel gemerkt hat, dass die Hauptschule zu leicht ist, der ging auf die Realschule. Hier wird man sehr praktisch auf das Leben vorbereitet, man lernt beispielsweise neben den normalen Fächern wie Mathematik und Deutsch oder Englisch auch mit zehn Fingern auf einer Tastatur zu tippen oder Buchführung. Die Realschule wird mit der „Mittleren Reife“ abgeschlossen und dauert bis zur 10. Klasse.

Mit sehr guten oder guten Noten kann man nach der vierten Klasse auch ins Gymnasium gehen. Im Gymnasium lernen die Kinder Fremdsprachen, Chemie, Physik und ähnliche Fächer. Das Gymnasium dauert bis zur 13. Klasse, mittlerweile nur noch bis zur 12. Klasse. Man spezialisiert sich immer mehr auf die eigenen Interessen. Die letzten zwei Jahre auf dem Gymnasium bezeichnet man als Kollegstufe. Hier hat man so genannte Leistungskurse und Grundkurse. Ich hatte zum Beispiel als Leistungskurse Deutsch und Englisch, jeweils 6 Stunden pro Woche. Fächer, die man überhaupt nicht mag, kann man abwählen. Das heißt, man muss sie nicht mehr machen. Das geht aber natürlich nur begrenzt. Ich hatte Glück und konnte Chemie abwählen.

In der Kollegstufe schreibt man eine Facharbeit, also eine ungefähr 30 Seiten lange wissenschaftliche Arbeit zu einem bestimmten Thema. Dies soll eine Vorbereitung auf das Studium sein, denn wer das Gymnasium mit dem so genannten Abitur abschließt, darf an einer Universität studieren. Das Abitur machen die deutschen Jugendlichen mit 18 oder 19. Danach müssen die Jungen noch zum Militärdienst, zum Bund, wie wir sagen. Oder sie können Zivildienst leisten, also beispielsweise in einem Altenheim arbeiten oder in einem Kindergarten. Eines von beidem ist Pflicht. Nur wer körperlich Probleme hat, wird von dieser Pflicht befreit. Mit 19 oder 20 fangen die Abiturienten dann an zu studieren.

Über das Schulsystem wird in Deutschland viel diskutiert. Kritisiert wird oft, dass die Kinder schon im Alter von zehn Jahren gezwungen werden, sich für Hauptschule, Realschule oder Gymnasium zu entscheiden. Das sei viel zu früh, sagen Experten. Kritisiert wurde auch oft, dass das Gymnasium bis zur 13. Klasse dauert. In Europa ist das zu lang. Daher wird die Zeit nun um ein Jahr verkürzt.

Die Kinder gehen übrigens in Deutschland meist nur am Vormittag in die Schule. Sie beginnt gegen acht Uhr morgens und endet um eins. Im Gymnasium kommt manchmal Nachmittagsunterricht dazu, also zwei Stunden Sport oder im höchsten Fall vier Stunden Unterricht. Wenn die Eltern allerdings den ganzen Tag arbeiten müssen gibt es einen Kinderhort, wo die Kinder nach der Schule hingehen können. Dort bekommen sie Essen und sie können ihre Hausaufgaben machen.

Der Song am Ende ist “Steh auf” von der Band “Stimmkraft“. Ich habe sie im Podsafemusicnetwork gefunden.

Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. You also need to have JavaScript enabled in your browser.

Episode hier herunterladen
Text hier als PDF herunterladen
Lernmaterial hier herunterladen (1 Euro)
Lernmaterial hier herunterladen (Folge 21-30, 8 Euro)
Lernmaterial hier herunterladen (Folge 08-50, 25 Euro)

  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google
  • Pownce
  • Technorati
  • TwitThis
  • Ma.gnolia
  • MisterWong
  • Reddit
  • Yigg

18 Antworten  
Terry schreibt:
7. August 2008

Morgen habe ich eine Prufung auf Deutsch meiner Universitat.

Danke! Das ist exzellente Aufgabe fur mich. Ich hoffe dass ich morgen in der Prufung “OK” tuten.

Robson Bittencourt schreibt:
8. August 2008

Wunderbare WEbseite und wundabarer Text auch. Den Schülern hat es echt gut gefallen.
Grüsse aus brasilien

CHRIS PAPPAS schreibt:
7. September 2008

Vielleicht könnten Sie auch Fragen zum Textverstehen beifügen. Sonst müssen wir sie vorbereiten.
Danke schön

eszter berta schreibt:
15. Oktober 2008

Liebe Annik,
Ich finde deine Seiten toll. Ich komme aus Ungarn und unterrichte Deutsch in einer Fachschule. Diese Texte sind sehr nützlich. Kannst du über Die Küche oder die Kochbildung oder die Gaststättengewerbe sprechen??????
Viele Grüsse aus Ungarn Eszter

Deutsch V Klasse aus EPHS schreibt:
14. November 2008

Wir haben Ihren Podcast angehört, der hat uns gut gefallen und geholfen, über das deutsche Schulsystem zu lernen. Wir freuen uns, mehrere Podcasts anhören zu können.

ms. kopftenliebste schreibt:
18. November 2008

hallo, diese dinge ist sehr cool. ich liebe das musik! danke, danke, danke

Wolf Fuhrig schreibt:
11. Dezember 2008

Ich entschied mich im Alter von elf Jahren, zum Gymnasium zu gehen. Das hat mir sehr geholfen, denn da waren die meisten Schüler auf meinem intellektuellen Niveau. Ich finde es sehr nachteilig, alle Schüler ohne Rücksicht auf ihre Fähigkeiten in die
gleiche Schule zu schicken. Ich hoffe, die Deutschen werden diesen Unsinn den Amerikanern nicht nachmachen.

Ensor schreibt:
11. Dezember 2008

Hallo Annik,
vielen Dank fuer deine WEbsite. Es macht viel Spass, mir dich anzuhoeren.
Ich finde aber das Forum, das du erwaehnt hast, nicht. Ich habe mir auch Schlaflos in Muenchen angesehen, aber dort finde ich es nicht mehr.

Viele Gruesse,
Edina

Rainbow! in vietnam schreibt:
18. Februar 2009

ich hoere diese Themen immer wieder ,wenn ich Zeit habe!danke annik!

toby schreibt:
11. Mai 2009

Hi Annik,

Thank you for your podcasts, and especially for the music! I am originally Australian, now living in Switzerland. I’m trying to learn some kind of german, so that I can understand the full scope of the local contempt for me as an Auslander.

What do Germans think of the Swiss, and what do they think of the Swiss system of direct democracy? Is there any sort of movement towards direct democracy in Germany, or do the Germans ignore the Swiss system, like the English speaking peoples?

Thanks for your work!

toby schreibt:
11. Mai 2009

I forgot to say, you are very cute!

admin schreibt:
12. Mai 2009

Hey Toby, tja, ich glaube die Deutschen wissen nicht sehr viel über die Schweiz… Deswegen haben wir das Thema übrigens bei http://www.ersatz.tv behandelt, Episode 3!

Jenifer Odilon Höpfner schreibt:
10. Juli 2009

Hi :) !

Ich bin sprachlos! Wow!Sehr,sehr gut alles!Das hat besstimmt echt ganz viel arbeit und Zeit gekostet. Respekt!

Vielen Dank für alles!

LG aus Speyer,

Jeni (Brasilianerin)

Karen.J.Hardman. schreibt:
3. Oktober 2009

Hallo,
l am learning german and l am probably at the intermediate stage. l think that your website is very good, quite unique in that one can double click on any word and have the meaning come up in english, which is a great plus to learning.
How ever, although l have only had a brief look, and clicked on a dozen words or so, l did notice this:

danach mussen die eltern entscheiden

to rule, to judge, clinch, more.
Although l am sure that the translation is correct, in all the german that l have learned and used so far, my understanding of the word “entscheiden” is that it most commonly means ” decide, or, to decide” entscheidung usually means “a decision” so l feel, that this is what is most commonly used, and understood by the english speaker. l would be interested to hear your comments on my feedback und lch freue mich von Sie zu horen. Mit freundlichen grussen, Karen.J.Hardman.

Karen.J.Hardman. schreibt:
3. Oktober 2009

Hallo again,
Now l feel a bit embarrased. l just clicked on “more” and lo and behold the first word on the list on the following page was ” entscheiden” l`ve since had a longer look at your site and can honestly say it is the best l have ever come across and will, l am sure progress my german even faster. Deutsch. lch war eigentlich in deutschland geboren, aber es war kurtz nach dem krieg und meine mutter war damals beschaftig mit english zu lernen so hat mir kein deutsch gelernt. Spater im leben habe lch mich selbst gelernt mit buchen/cd`s usw, um meiner geburtsland besser zu wissen und mein deutsch zu verbessern, und deiner website jetz kann mir bestimmt mehr helfen. Vielen Dank. Karen.J.Hardman.

UA schreibt:
3. November 2009

Ich bin enttauscht. In jedem Deutsch-Schulbuch kann man das lesen, was du hier hast. Was ist mit denen, die nicht auf das Gymnasium gehen, die nicht studieren? Ich mochte uber Berufschule, Lehre, Fachschule und solches horen.
UAMW in Oregon, USA

admin schreibt:
3. November 2009

Schade, dass Dir die Folge nicht gefällt. Ich hatte viele Anfragen von Hörern, die genau das hier wissen wollten. Dass Deine Interessen spezieller sind, verstehe ich, aber Du solltest trotzdem bedenken, dass nicht alle Hörer Deine Ansichten haben. Es ging in dieser Folge um das “Schulsystem”. Eine Lehre und Berufsausbildung hat damit nichts zu tun, das kommt NACH der Schule. Vielleicht mache ich eine neue Folge über dieses Thema, wenn noch mehr Hörer Interesse haben.

micky willy mbiakop schreibt:
4. November 2009

hallo

ich bin michy willy 18 aus kamerun. ich besuche den Studienkolleg an der uni des saarlandes. ich bedanke mich bei ihnen für ihre hilfe, meine Lehrerin hat mir diese site empholen um mein Deutsch zu vebessern- ich finde, mit der Zeit werde ich mich mit ihrer Hilfe an diese Sprache gewöhnen!! ich möchte MECHATRONIK studieren.dann brauche ich eine hilfe,.ich freue mich schon darauf! vielen danke.

mit freundlichen grüsse

micky willy mbiakop

Antworten

»  Substance: WordPress   »  Style: Ahren Ahimsa   »  Impressum: Hier klicken!