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#030: Hochzeit
Juli 7th, 2008 by admin

Im Sommer heiraten besonders viele Paare. Deswegen habe ich mir gedacht ich erzähle Euch heute etwas über Hochzeiten in Deutschland. Die beliebtesten Monate sind Mai und Juni, aber auch in den anderen Monaten finden viele Hochzeiten statt. Vor der Heirat steht die Verlobung. Sie ist in Deutschland viel weniger wichtig als beispielsweise in den USA. Es gibt weder einen großen Diamantring, noch eine große Feier.

Wer in Deutschland heiraten möchte, der muss in erster Linie eine Menge Papierkram erledigen. Also Dokumente vorweisen bei den staatlichen Behörden. Wenn das erledigt ist, kann man standesamtlich heiraten. Man geht also an einem vereinbarten Termin zum Standesamt, und dort wird man vom Staat verheiratet. Meist geht das sehr schnell. Der Standesbeamte, der die Zeremonie leitet, spricht aber dennoch einige Worte, um das Paar auf eine gemeinsame Zukunft einzustimmen.

Es gibt verschiedene Standesämter. Manchmal sind das nur relativ offizielle Büroräume, ohne Schmuck. Manchmal sind es aber auch alte Rathaussäle, kleine Schlösser oder man kann auch auf Burgen oder auf Inseln heiraten. Deutsche heiraten aber fast immer in Gebäuden. Hochzeiten im Freien, wie sie in Amerika üblich sind, gibt es hier kaum. Das liegt wahrscheinlich daran, dass das Wetter einfach zu schlecht ist.

Zur Heirat im Standesamt braucht man nur als Paar anwesend sein. Früher war es Pflicht, Trauzeugen zu haben. Das waren zwei Menschen, die dem Paar nahe standen und die als Zeuge bei der Trauung anwesend waren. Heute ist das gesetzlich nicht mehr vorgeschrieben. Wer möchte, kann nach der standesamtlichen Trauung auch noch einmal kirchlich heiraten. Wer zum Beispiel katholisch ist, der heiratet dann in einer katholischen Kirche noch einmal. Da die meisten Deutschen aber nicht sehr religiös sind, ist ihnen die kirchliche Trauung eher wichtig, weil es hier um ein feierliches Ritual geht. In der Kirche gibt es festliche Musik, die Braut trägt ein schönes weißes Kleid, und alle Freunde und Verwandten können dabei sein.

Wie groß eine Hochzeit ist, bleibt dem Brautpaar überlassen. Natürlich gibt es Feiern mit über 100 Gästen, aber viele Paare ziehen es vor, in kleinem Kreis zu feiern. Häufig ist es auch so, dass man nur mit wenigen Gästen die eigentliche Hochzeit feiert – und später dann ein großes Fest feiert mit allen anderen Freunden und Verwandten.

Oft ist es so, dass am Samstag Vormittag im Standesamt geheiratet wird, und danach in der Kirche. Es gibt aber auch viele Paare, die zwischen beiden Trauungen Monate oder sogar Jahre vergehen lassen. Völlig unüblich ist es, mehrere Trauzeugen zu haben, so wie in den USA. Auch das „Rehearsal Dinner“ gibt es nicht. Stattdessen gibt es einen Polterabend, bei dem man den letzten Single-Abend des Paares feiert. Dabei wird Geschirr zerbrochen, das das Paar dann zusammenkehren und aufräumen muss. Scherben sollen Glück bringen.

Nach der Eheschließung im Standesamt oder in der Kirche wird natürlich noch gefeiert. Man isst zusammen, tanzt und freut sich mit dem Brautpaar. Wichtig ist der erste Tanz von Braut und Bräutigam, der erste Walzer, den sie gemeinsam tanzen. Dabei sehen ihnen alle zu, um danach aber mitzutanzen. Ein Brauch ist es auch, gemeinsam die Hochzeitstorte anzuschneiden. Es gibt viele verschiedene Rituale und Bräuche. Manchmal sägen Braut und Bräutigam gemeinsam einen Baumstumpf ab – Teamwork sozusagen. Viele Feiern gehen bis weit nach Mitternacht, und wenn das Brautpaar nicht gleich in die Flitterwochen fährt, feiern sie bis zum Ende mit.

Die Deutschen heiraten sehr spät. 2004 war ein deutscher Mann statistisch gesehen im Durchschnitt 36 Jahre alt bei der Heirat. Die Frau war 33 Jahre alt. Übrigens scheitert in Deutschland ungefähr jede dritte Ehe. Das heißt, dass von drei Ehepaaren sich eines scheiden lässt.

Passend dazu habe ich Euch heute Musik mitgebracht, und zwar „Die große Liebe ist vorbei“ von Marc Loehrwald, gefunden im Podsafe Music Network.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

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Lernmaterial hier herunterladen (Folge 21-30, 8 Euro)
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11 Responses  
  • Wei Tian writes:
    Juli 20th, 200821:06at

    Gute Arbeit.

    Vielen Dank! Und machen Sie das weiter bitte.

  • Deutsch lernen und studieren in Deutschland » Hörtipp - Slow German Podcast Nr. 030 - “Hochzeit” writes:
    Juli 29th, 200806:03at

    [...] Slow German » #030: Hochzeit Keine Tags vergeben [...]

  • CHRIS PAPPAS writes:
    September 7th, 200809:58at

    Sehr hilfreich! Leider erst bekannt damit gemacht.

  • eric writes:
    Oktober 18th, 200819:14at

    warum gibt es keine Übersetzung auf Franzosich?

    Danke.

  • admin writes:
    Oktober 18th, 200820:52at

    Es gibt eine Übersetzung auf Französisch – rechts oben ist doch die französische Flagge?!?

  • Janina writes:
    Februar 16th, 200912:17at

    Sehr schöne Übersicht, ich glaube das gibt Ausländern schon einen ganz guten Überblick über die Traditionen bei deutschen Hochzeiten. Trotzdem bleibt natürlich noch zu erwähnen, dass es überall noch zahlreiche weitere Rituale gibt, die für die verschiedenen Familien “unbedingt” dazugehören, da nehmen sich im Prinzip dann ale Hochzeiten in Mitteleuropa wohl nicht mehr viel. Hauptsache ist doch, dass man den Tag individuell gestaltet und mit Bedeutung für das jeweilige Paar belegt!

  • HOCHZEIT FEIERN writes:
    Dezember 22nd, 201019:08at

    Immerhin scheitert laut Deinem Artikel nur jede dritte deutsche Ehe … Ich glaube in Amerika ist es jede zweite? Schöner, informativer Artikel :) Danke!

  • mrmr writes:
    März 6th, 201117:34at

    ich wollte informationen über dieses thema und ich fand sie hier
    vielen dank!weiter und weiter

  • wisam leldin writes:
    April 8th, 201113:09at

    ich finde das gut!

  • Nazi writes:
    Oktober 16th, 201108:31at

    Hallo Annik!
    Ich finde das toll!
    Ich wohne im Iran. Heutzutage legt man viel wert an die Hochzeitparty. Besonders an die Braut kleidung und schminken.
    Man muss fuer das schminken so viel Geld geben! Aber ich glaube das ist nicht gut, das ist Gelsverschwaendung!
    Danke!

  • Bodo writes:
    Januar 21st, 201218:21at

    Hallo Annik,
    ich bin Deutschlehrer in Mexiko und arbeite gerade an einem Arbeitsblatt für diese Folge, um sie als Zusatzmaterial für einen A2-Vorbereitungskurs zu benutzen. Wenn es dich interessiert, kann ich dir das Material schicken, sobald ich damit fertig bin. :-)
    Liebe Grüße aus Cholula
    Bodo


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