SIDEBAR
»
S
I
D
E
B
A
R
«
Slow German #035 – Religion
September 21st, 2008 by admin

Ich wurde gebeten, über Religion zu sprechen. Religion in Deutschland. Wie so oft muss man bei diesem Thema unterscheiden zwischen Ostdeutschland und Westdeutschland. Denn in Ostdeutschland, also in der ehemaligen DDR, hatte die Regierung eine antikirchliche Haltung. Daher sind noch heute 68 Prozent der Ostdeutschen nicht religiös. Genauer gesagt: Sie gehören keiner Kirche an. Ob sie für sich einen Glauben haben, ist schwer zu erforschen. In Westdeutschland sieht diese Zahl ganz anders aus: Hier sind es nur 15 Prozent, die keiner Religionsgemeinschaft angehören. Ich gehöre dazu.

Die meisten Deutschen sind Christen. Ein Drittel der Deutschen sind Katholiken, ein Drittel sind evangelisch, also Protestanten. Der Rest gehört zu keiner dieser Gemeinschaften. Man kann eine regionale Unterteilung erkennen: Der Norden von Deutschland ist eher protestantisch, der Süden katholisch.

Natürlich gibt es noch andere Konfessionen in Deutschland, es gibt Juden oder orthodoxe Christen, Baptisten und Zeugen Jehovas,  allerdings ist ihre Zahl sehr klein. Nach den Katholiken und Protestanten gibt es vor allem Muslime in Deutschland, sie machen vier Prozent der Bevölkerung aus. Das kommt daher, weil in den 60er-Jahren viele Gastarbeiter aus der Türkei nach Deutschland kamen und hier geblieben sind.

Die christlichen Kirchen in Deutschland haben große Sorgen. Immer mehr Menschen treten aus der Kirche aus, das heißt sie wollen offiziell nicht mehr zu dieser Religionsgemeinschaft gehören. Das bringt nicht nur spirituelle Probleme für die Kirche, sondern auch finanzielle. Denn jeder Gläubige in Deutschland zahlt die so genannte Kirchensteuer. Sie wird vom Staat mit den anderen Steuern eingezogen und an die Kirchen weitergegeben. Von diesem Geld werden vor allem soziale Einrichtungen finanziert, wie kirchliche Kindergärten, Altenheime und andere Betreuungsangebote. Je mehr Menschen aus der Kirche austreten, desto weniger Menschen zahlen Kirchensteuer.

Wichtig ist der Kirchenbesuch für die meisten Christen an Weihnachten oder Ostern. Hier wird dann das jeweilige Fest groß gefeiert. Die wenigsten Deutschen aber gehen jeden Sonntag in die Kirche.

In einer katholischen Stadt wie München ist die Kirche allgegenwärtig. Das bedeutet, sie ist überall. Vor allem in der Altstadt stehen zahlreiche katholische Kirchen, alte Bauwerke, die sehr prunkvoll sind. Auch das Wahrzeichen von München, die Frauenkirche, ist eine Kirche mit zwei Türmen. Zur vollen Stunde hört man überall Kirchenglocken läuten. Für mich ist das ein schöner Klang, obwohl ich nicht gläubig bin. Die Religion ist zwar seit 1919 in der deutschen Verfassung vom Staat getrennt worden, sie spielt aber immer wieder eine Rolle. Zum Beispiel gibt es viele religiöse Feiertage in Deutschland, wie zum Beispiel Allerheiligen, von dem ich Euch ja schon erzählt habe.

In vielen Gerichtssälen und Schulen hängen Kreuze an der Wand. Das löste vor einigen Jahren den so genannten Kruzifix-Beschluss aus. Wenn sich ein Kind in seinem Klassenzimmer von dem Kreuz gestört fühlt, muss das Kreuz entfernt werden. Einen weiteren Streit vor Gericht gab es darüber, ob Lehrer und Schüler in der Schule Kopftücher tragen dürfen, also ein deutliches Zeichen ihrer muslimischen Religion.

In der Schule gibt es zudem Religionsunterricht, der Pflicht für alle Schüler ist. Wer nicht in den katholischen oder evangelischen Unterricht gehen möchte, der geht stattdessen heute in einen Ethikunterricht.

Heute mal Musik von Kat-Musik, der Song heißt Kopf Kino. Gefunden im Podsafe Music Network.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Hier Folge herunterladen
Text als PDF hier herunterladen
Lernmaterial hier herunterladen (1 Euro)
Lernmaterial hier herunterladen (Folge 31-40)
Lernmaterial hier herunterladen (Folge 08-50, 25 Euro)


18 Responses  
  • Kenneth Burchfiel writes:
    September 26th, 200807:36at

    Vielen dank fuer die Podcast! Ich machte Hausaufgaben in meiner Deutschklasse darueber.

  • Martin writes:
    September 27th, 200800:24at

    Hello!

    I just found this Podcast on iTunes and it was exactly was I was searching for to improve my German!

    Vielen dank von Schweden!

  • Adrian writes:
    September 29th, 200810:04at

    Besten Dank! Sehr nützlich und hilfreich!Toll gedacht!

  • Lama writes:
    September 30th, 200818:17at

    danke für die Info!
    :)

  • Stefani Tirica writes:
    November 7th, 200810:47at

    Hello !
    Only recently i stumbled upon this podcast on ITunes and i am very happy about it because it is very entertaining and helpfull. Best of wishes and good luck , i`ll be looking forward for next episodes.
    Since i am studying architecture ( in Romania) i would be interested in hearing about architectural stiles in Deutschland and Austria.
    Thank you !

  • Sergio writes:
    November 12th, 200821:24at

    Gott sei dank ich bin auch kein Gläubiger (LOL)

    Die Kirche mischt sich ein in Themen die nichts mit ihr zu tun haben.

    z.B: die Stammzellen, die Schwule usw…inhaltlich…sie wollen einfach das Leben der anderen stören. Weg mit ihnen! Jeder macht was er will!! (sofern man niemandem schadet)

  • Sapienza writes:
    November 14th, 200820:05at

    Die Kirchensteuer wird nicht verwendet, um soziale Einrichtungen zu finanzieren. Das Geld für diese Einrichtungen kommt fast ausschließlich vom Staat. Die Kirche tritt hier nur als Träger in Erscheinung. Hinzu kommt, dass kirchlich getragene Einrichtungen so genannte Tendenzbetriebe sind. Das bedeutet, dass die Kirche unter anderem bestimmen darf, welcher Konfession die Mitarbeiter der Einrichtung anzugehören haben. Das stellt für atheistische Ärzte und atheistisches Pflegepersonal oft ein großes Problem bei der Arbeitssuche dar.

  • Alberto writes:
    Dezember 17th, 200820:22at

    Diese Podcast ist super! Viele Danken für deine nützliche Arbeit.

  • Husni writes:
    Juni 14th, 200907:59at

    Hallo Annik…ich finde Du hast eine sehr interessante Website, ich kann viel lernen hier, die von Dir benutzte Sprache ist prima und natuerlich die Informationen dabei. ich habe Deine Website schon markiert. herzlichen Dank.

  • Karen.J.Hardman. writes:
    Oktober 11th, 200923:34at

    Hallo,
    l recently saw a little box, somewhere on this web site which said ” send a message” (to Annik) However, l`ve been unable to find it again. l would like to send an email or a message in the box but l couldn`t send it in these Kommentar boxes as my email is too long, so could you please give me an email address for Annik. With thanks, Karen.

  • admin writes:
    Oktober 12th, 200908:50at

    See sidebar, “links” -> Kontakt. My address is podcast@slowgerman.com. I say the e-mail address in every episode… ;-)

  • Karen.J.Hardman. writes:
    Oktober 12th, 200913:08at

    Oops, sorry but l was looking for the written address, but am sending the email now, l hope you find it interesting.

  • Namik writes:
    Juli 16th, 201014:48at

    I just want to say that this is a wonderful way to learn a language. Thank you so much Annik for this work.. Hello from Turkey.

  • Ivri Bunis writes:
    September 15th, 201018:08at

    Hallo ich bin Ivri aus Israel! Sehr gute und nützliche Webseite! Vielen Dank dafür.
    Ich möchte etwas zum Thema sagen: Das Kopftuch ist nicht nur ein Zeichen für jemands Religion, es ist auch ein Mittel in manchen Kulturen, die Frau zu erlauben aus dem Hause auszugehen. In diesen Kulturen können die Frauen ohne diese Bedeckung ihre Häuser nicht verlassen. Ein Kopftuchverbot macht solche Frauen nicht “gebildeter”, sondern hält sie zu Hause ohne die Möglichkeit außerhalb des Hauses zu arbeiten. Ich möchte nur sagen, dass das Kopftuch nicht nur ein Symbol ist, das muslimische Frauen benutzen um zu zeigen, dass sie Moslimen sind, wie vielleicht manche Leute glauben.
    Sehr interessant. Danke noch einmal.
    Ivri

  • zhengkaizhou writes:
    Oktober 6th, 201012:21at

    I am visiting this site first time. This article has nice information.

  • Sara writes:
    Dezember 6th, 201003:42at

    Hallo!

    Danke, Danke, Danke!
    Ich liebe deine Website.
    Ich bin philosophiestudentin. Bitte Können sie über Deutsche philosophie sprechen?

    Danke….

  • FELIPE VALENCIA RIVERA writes:
    September 7th, 201222:37at

    Me gusta mucho este esfuerzo para que nosotros aprendamos alemán. Gracias señores.

  • Szymon writes:
    Oktober 28th, 201214:14at

    Hi. Thanks for putting this podcoasts. Slow German allow to better understanding this language. It’s really helpful during learning German. Thanks a lot.


Leave a Reply

XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

SIDEBAR
»
S
I
D
E
B
A
R
«
»  Substance:WordPress   »  Style:Ahren Ahimsa
© Annik Rubens