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Slow German #054: Banken
Juni 12th, 2009 by admin

Momentan ist eines der größten Themen die Finanz- und Wirtschaftkrise. Fan hat mich nun gebeten, über das deutsche Bankwesen zu sprechen, und das werde ich gerne tun.

Es gibt viele sehr bekannte deutsche Banken, zum Beispiel die Deutsche Bank oder die Commerzbank. In Deutschland gibt es sehr wenige Privatbanken, dafür aber viele öffentlich-rechtliche oder genossenschaftliche Banken. Das ist alles etwas kompliziert, im Grunde kann man sagen, es gibt drei verschiedene Arten von Banken in Deutschland. Zum einen gibt es die Genossenschaftsbank – eine Genossenschaft ist eine bestimmte Rechtsform. Die bekannteste Genossenschaftsbank in Deutschland ist wohl die Volks- und Raiffeisenbank. Die zweite Art ist eine öffentlich-rechtliche Bank, zum Beispiel eine Sparkasse. Das Hauptziel der Sparkassen ist nicht, Gewinne zu erzielen. Vereinfacht gesagt geht es ihnen mehr um den Bürger als um das Geld. So sollte es zumindest sein. Die dritte Bankenart ist die Privatbank.

Was kann man bei einer Bank alles machen? Zunächst mal hat man oft schon als Kind die Möglichkeit, das ersparte Geld zur Bank zu bringen. Ich erinnere mich, dass ich ein Sparschwein hatte – das war ein Schwein aus Porzellan, das oben einen Schlitz hatte. Dort konnte man Münzen hineinwerfen. Wenn das Schwein voll war, wurde es zur Bank gebracht und das Geld auf ein Sparkonto eingezahlt. So haben viele deutsche Kinder gelernt, zu sparen.

Später eröffnet man bei der Bank ein Girokonto. Das passiert meist dann, wenn man anfängt zu arbeiten und regelmäßige Einnahmen hat. Ein Girokonto ist sehr praktisch. Man kann viele Zahlungen automatisieren, das nennt man dann einen Dauerauftrag. Ich habe es zum Beispiel so eingerichtet, dass an jedem ersten Tag im Monat das Geld für die Miete automatisch von meinem Konto auf das Konto meiner Vermieterin überwiesen wird.

Schecks werden in Deutschland nur noch sehr selten von Privatpersonen verwendet. Stattdessen gibt es so genannte Einzugsermächtigungen. Ich habe zum Beispiel einen Vertrag unterschrieben, und dieser Vertrag erlaubt meinem Stromanbieter, dass er jeden Monat oder jedes Quartal Geld von meinem Konto abbuchen darf. Er holt sich also das Geld selber, das der Strom kostet. Das gleiche gilt für die Heizung, das Wasser, Versicherungen und ähnliches. Daher muss ich mich um nichts mehr kümmern, alles ist automatisiert.

Wenn ich einer anderen Person Geld schicken möchte, weil ich zum Beispiel bei eBay etwas gekauft habe, dann kann ich das Geld überweisen. Eine Überweisung ist ein Blatt Papier, ein Formular. Dort trage ich meinen Namen ein und meine Kontonummer, und den Namen und die Kontonummer des Menschen, bei dem ich etwas gekauft habe. Dann noch den Geldbetrag, und einen so genannten Verwendungszweck, also ein Stichwort, damit der Verkäufer weiß, wofür das Geld gedacht ist. Diese Überweisung gebe ich dann bei der Bank ab, und das Geld wird überwiesen. Noch einfacher ist es online – die meisten Banken bieten mittlerweile in Deutschland Online-Banking an. Hier kann ich online ausfüllen, wem ich Geld schicken möchte, und alles geht ganz schnell. Damit die Bank weiß, dass nur ich Zugriff auf das Konto habe, hat sie mir einen Online-Zugang eingerichtet, der mit einem Passwort geschützt ist. Dieses Passwort habe ich per Post zugeschickt bekommen. Außerdem muss ich jede Transaktion, also zum Beispiel jede Überweisung, mit einer TAN-Nummer bestätigen. Diese TAN-Nummern bekommt man ebenfalls per Post geschickt.

Natürlich kann man auch in Deutschland längst mit Plastik bezahlen. Das bedeutet, man kann Plastikkarten benutzen, um zu bezahlen. Am weitesten verbreitet sind ec-Karten. EC steht dabei für Electronic Cash. Mit so einer Karte kann ich auf mein Girokonto zugreifen. Zum Beispiel kann ich an einem Bankautomaten Geld abheben. Dafür muss ich die ec-Karte in den Automaten einführen, dann meine PIN-Nummer eingeben, das sind vier Zahlen, und dann kann ich Bargeld abheben. Ich kann mit der ec-Karte auch einkaufen. Im Supermarkt fragt mich die Kassiererin dann entweder nach meiner PIN-Nummer, die man dann selber eintippen muss, oder man muss einen Bon unterschreiben, also einen Kassenzettel. Das geht einfach und schnell. Praktisch ist auch, dass man mit der ec-Karte oft auch in ganz Europa bezahlen kann, und zwar immer dann, wenn auf der Karte auch das „Maestro“-Zeichen abgedruckt ist.

Kreditkarten sind in Deutschland auch verbreitet, aber es ist noch nicht üblich, dass man kleine Beträge mit der Kreditkarte bezahlt. Vor allem amerikanische Ketten wie Starbucks akzeptieren zwar Kreditkarten auch für einen Kaffee, oft aber ist es nicht so. Das hängt vor allem damit zusammen, dass die Kreditkartengesellschaften wie VISA oder Mastercard Gebühren vom Verkäufer verlangen. Sein Gewinn ist also geringer, wenn der Kunde mit Karte bezahlt. Vor allem in Tankstellen oder Restaurants und in Kaufhäusern kann man aber ohne Probleme mit der Kreditkarte bezahlen.

Natürlich gibt es noch viele weitere Funktionen einer Bank. Man kann Geld auf so genannte Festgeldkontos legen, bei denen man dann höhere Zinsen bekommt. Man kann Aktien kaufen oder in Fonds investieren, man kann Kredite aufnehmen und vieles mehr – aber das führt jetzt zu weit. Wir hören lieber Musik – und zwar diesmal von Trashure „Die Frau die mich nicht sieht“.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

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Text als PDF herunterladen (kostenlos)
Lernmaterial dieser Episode herunterladen (1 Euro)
Lernmaterial hier herunterladen (Folge 51-60, 8 Euro)


16 Responses  
  • Inge Fan writes:
    Juni 15th, 200918:44at

    Hi! Annik,
    seit 3 Jahren lerne ich Deutsch .Ich bin Studentin aus China.Ich habe fast alle Deinen Podcast schon gehört.Sie sind sehr sehr hilfsreich.Ich danke Dir im Namen aller Deutschlerner für Deine harte Arbeit.
    Ich interessiere mich ziemlich für Wirtschaft.Deswegen ist mir diese Episode sehr praktisch.Könntest Du nächstes mal die Grundkenntnisse von Börse besprechen?Darauf freue mich sehr.
    Hoffentlich wird meine Mail von Dir in nächster Episode gelesen,wovon ich ganz begeistert sein werde.(~^o^~)
    Beste Grüße aus China
    Inge

  • Peng writes:
    Juni 20th, 200914:59at

    Hallo Annik,

    zuerst mal danke für Deine gute Arbeit. Ich komme aus China und würde sehr gerne über bekannte deutsche Sportarten erfahren. Was machen die deutschen in der Freizeit? Fussball, Wandern, Jogging, Golf, etc.

  • Marshall writes:
    Juni 20th, 200917:53at

    Hi~
    Ich habe die Antwort gelesen und möchte auch eine schreiben. :)
    Ich bin auch aus China und lerne jetzt schon 8 monate Deutsch an der Universität Tongji.
    Wissen Sie? Sie sind wirklich populär zwischen meine Kommilitonen~~
    Ich muss meinen Dank für Ihre Bemühung zum Ausdruck bringen~
    Viel Erfolg!

    ps Nächsten Dienstag habe ich eine Prüfung für Deutsch…
    sigh…Ich muss nun Deutsch wiederholen

  • Daniel Flynn writes:
    Juli 1st, 200910:06at

    Vielen Dank fuer eine sehr gute Erklarung von “Banken”. Dan Flynn, ehemaliger HR Vice-President in Industrie, heutezutage Englischlehrer fuer Erwachsene und Uebersetzer (von Franzoesisch ins Englisch) in Belgien

  • Thomas writes:
    Juli 4th, 200922:49at

    ausgezeichnet! Danke schön!

  • xiaocun writes:
    Juli 6th, 200913:43at

    gibt es immer noch kein Update?

  • admin writes:
    Juli 6th, 200913:45at

    Nein, wie Du vielleicht weißt, habe ich in den letzten Wochen am Lernmaterial für SlowGerman gearbeitet, das man sich jetzt als PDF herunterladen kann. Das war viel Arbeit. Außerdem habe ich noch zwei weitere Podcasts: http://www.ersatz.tv und http://www.schlaflosinmuenchen.com. Das ist alles sehr viel zu tun! Und nebenbei muss ich noch Geld verdienen…. ;-) Ich versuche, diese Woche eine neue Folge zu machen.

  • cezar writes:
    Juli 15th, 200911:33at

    sehr schön! vielen Dank, eine gute Idee

  • Kaan writes:
    Juli 25th, 200903:03at

    Du bist mein neuer Superhero :)

  • G. writes:
    Juli 29th, 200905:39at

    meiner auch ;-)

  • rodrigo writes:
    November 24th, 200915:24at

    i love that song of trashure ,, die frau die mich nicht sieht”… i was trying to find the lyrics but i couldnt TT
    do you mind sending me the lyric of this song??
    plz i’d really appreciate it
    :)
    Rodrigo
    lima-peru

  • admin writes:
    November 24th, 200916:00at

    Sorry, I don’t have the lyrics. Please contact the band directly.

  • rodrigo writes:
    November 26th, 200900:32at

    well thnx anyways
    awesome website Anik :) i have lernt alot of german thanks to you

    rodrigo
    lima peru

  • Hosam Ghanem writes:
    Januar 5th, 201018:27at

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich suche etwas ueber Deutschin der Bank, d.h. woerterschatz uber Banking und Banks. Koennten Sie mir bitte Helfen.
    Danke schoen
    Hosam Ghanem
    Syrien, Damaskus
    P.O.Box: 30201 , Damaskus

  • Hosam Ghanem writes:
    Januar 5th, 201018:29at
  • Thu thuy Nguyen writes:
    Oktober 4th, 201108:45at

    Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihre gute Artbeit. Ich wohne in einem kleinen Dorf in Deutschland und alle Ihre Episoden sind mir sehr nützlich und praktisch.
    Ich interesiere mich sehr für die Vesicherungen. Das Problem ist mir zu schwierig zu verstehen. Könnten Sie eine Episode für Versicherung in Deutsachland machen?
    Vielen Dank
    Alles Gute
    Mit freundlichen Grüßen


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